Freitag, 8. Februar 2008

Gimme shelter

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Na ja der Pilger gibt es ja sofort zu. Es gibt bessere Portraits von der Lippe des Rock and Rolls


oder vom Champion des amerikanischen Filmes.


Aber spätestens seit den Wanderer ein Mann bei der Eröffnung, der ungefähr im Alter von M K R CH war,fragte, wer diese Männer da am roten Teppich seien und er jeden einzelnen Namen zweimal ihm langsam sagen musste, wusste der Streuner, so bekannt sind die auch wieder nicht, dass ein schönes Foto sich lohnt.

Ausserdem kann Senta mit ihren Lippen viel mehr anfangen als Mick,


schaut Detlev viel zerfurchter aus als Keith,



wirkt Herberts Glatze viel distinguierter als die von Charlie,


und sind diese Damen deutlich hübscher als Ron.


Lass die anderen die Stars unterbelichten, dachte sich daher der Wanderer


und konzentrierte sich auf andere die im Schaufenster stehen.


Auf die kleinen Helden


und Heldinnen.


Wie heisst es in Gimme Shelter nochmals so treffend:
Ooh, see the fire is sweepin'
Our very street today
Burns like a red coal carpet
Mad bull lost its way

Donnerstag, 7. Februar 2008

The science of sleep

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Heut fühl ich mich nach drei Tagen Speed-Dating, Nachtflügen und Sensation Seeking

abgewrackt,


ausgelutscht,


abgewirtschaftet.


Kurz, wie ein Bocadillo de pate de carne norneda bavaro.


Bevor ich falsche Entscheidungen treffe,


blas ich für heute die Lichter aus


und gehe schlafen.



Heute bin ich nur Kapitän auf meinem eigenen Traumschiff, aber morgen da bring euch wieder durch die Nacht. Haltet durch. Die Sterne kommen näher.

Mittwoch, 6. Februar 2008

Der Pate

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Lieber Viktor,

klar, momentan bist du einmal beschäftigt, langsam auf die eigenen Beine zu kommen. Trotzdem da draussen lauert das Leben und glaub mir, da kommt viel auf dich zu.

Und es ist aufregend, jeden Tag aufs neu und immer anders.

Lass dich nicht verbiegen,


geh nicht im Gleichklang mit den Getriebenen,



oder von den Irrlichtern der Mächtigen verführen.


Das mag manchmal weh tun,



weil es so ausschaut, als ob du was versäumst.



Keine Sorge, anders als die andern zu sein, tut gut.



Ro(c)k and Roll ins aufrechte Leben du Immerlächler.



Ein Nasenstupser von Don E. ( dem du leider einmal die Stative schleppen musst).

Dienstag, 5. Februar 2008

Flug des Phönix

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Es hat schon Stil, am FlughafenTempelhof zu landen, wenn man die Berliner Filmfestspiele besucht. Nicht nur weil wir es hier mit dem grössten zusammenhängenden Gebäude Europas von über 1200 Metern Länge zu tun haben.


Hier stiegen sie aus, jahrzehnte lang die Stars, hier holte James Cagney in Bilder Wilders "Eins, zwei, drei" hektisch seinen Boss ab, hier flog Harrison Ford in "Indiana Jones und der Tempel des Todes" mit den Zeppelin weg.
Tempelhof gilt nach wie vor als monströse Naziarchitektur, obwohl bereits 1927 die ersten Flüge hier starteten und landeten.
Als zentraler, innerstädtischer Flughafen wurde er mittlerweile längst von Tegel und Schöneberg am Rand Berlins abgelöst und draussen auf der Heide wächst ein neues Verkehrsmonster heran, das das stetig wachsende Flugaufkommen nach Berlin in die Prärie umleiten soll.


Heute zeigt er sich idyllisch und gelassen. Als Himmelsfährhafen für kleine Fluglinien und Privatjets hat er eher Postkartenqualität als Reisehektikumschlagplatz.
Daher droht auch mit nächsten Jahr die Schliessung.



Doch ein grosses Volksbegehren zum Erhalt von Tempelhof läuft gerade, um dem Begehren von Investoren, die in diesem riesigen Gelände natürlich viel Geld wittern, wenn der Hafen geschlossen und einer neuen Widmung zugeführt wird, den Kampf anzusagen.
Lets see what happens.

Der Wanderer hat Tag 1 genossen. Strahlend blauer Himmel und 17 Grad, was will man mehr, wenn Berlin ansonsten in trüben Graus sich in der Winterzeit präsentiert.

Ein kurzes Vorbeischauen im Archiv der Jugenkulturen, um ein wenig die Mannschaft mit österreichischen Binsenweisheiten zu erheitern,


Besuch beim Hund des Bestatters, der nach wie vor brav seine Särge bewacht,


und am Abend mit Andrea Domesle ein privates Abendessen bei Bernd Fechner, einem wichtigen Kurator und Fotovermittler, das war ein gelungener Auftakt.

Da zeigt Deutschland Flagge, wie der Pilger sich es vorstellt.


Und jetzt wird die Linse geputzt und es geht raus zum ersten Shootout mit Berlin. Mann bin ich scharf (darauf).

Sonntag, 3. Februar 2008

Abgedreht in Berlin

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Werte Gemeinde,

Berlin heisst für den Pilger ja nicht fortreisen, sondern ankommen. Von seiner heimlichen zweiten Heimat wieder für zwei Wochen laufend verführt zu werden, das stimmt den Wanderer schon am Vorabend froh.

Wenn
-mein Einer ohne Steuermann sich durch grantige und unfreundliche Menschenmassen pflügt,
-nach fünfzig Meter Gehen schon ein Hundeglück am Schuh klebt,
-mir Hauswände auffallen, weil kein Graffitti darauf gesprüht ist,
-jeder schon alles weiss, weil er immer alles macht,

dann bin ich wieder daheim.


Und wenn dann am 7.2. einer der wichtigen Yachthafen der Cinophilen aufsperrt, wird sich mein Ruderboot unter die grossen und kleinen Schiffe mischen. Während fast alle von den Bugwellen ihrer eigenen Wichtigkeit erfasst und vom Festivalsturm hin und hergeschleudert werden, träufle ich langsam Tropfen der Beobachtung ins eigene Meer der Ruhe. Die zeig euch dann gerne, liebe Gemeinde.

Ihr könnt mich begleiten zu den

grossen


und kleinen Sternen,



zu Anmut


und Leid,


zu Erotik


und Zweifel.


Kontraste werden uns begleiten.




Gestärkt mit lebenswichtiger Ausrüstung meiner Freunde:
- einem Stück Torrone von Birgit, um der Unterzuckerung Parole bieten zu können,
- einem Handwärmer von Rainer, um wieder neues Leben in die klammen Finger einzuhauchen,
- dem Buch "Berlin intim" von Gudrun (mit Überlebensregeln wie: Früh prägt der Mensch den
Satz sich ein, wer U-Bahn fährt, steht nie allein),

wird er wieder am Ende gelingen, der kleine Film des Widersprüchlichen,

abgedreht in Berlin.

Sonntag, 4. November 2007

Am Ende aller Reisen

weiß man doch wiederum die Erde rund. ( Franzl Heller).

Nun sitze ich wieder im heimatlichen Kontrollraum und vor mir diese große nun aufgeplatzte Kiste an Eindrücken, Erinnerungen und Gefühlen.



Was soll ich davon für den Schauraum aufpolieren, wieviel für mich als Notration konservieren, wenn der Alltag sich wieder fest auf die Schläfen presst ? Wieviel werd ich einfach vergessen, verlieren oder mit der Zeit anders als damals sehen ?

Vom Reisen heimzukehren und im Hirn zusammenzufegen, ist wie mit dem Hintern auf einem aufgeblasenen Ballon zu sitzen, auf dem Anarchie steht, während ich in meinen Händen einen zweiten noch ungefüllten Ballon namens Design und eine große Nadel halte.



Im Stroboskop meines Gedächtnisses zuckt es unaufhörlich, während die Wäsche schleudert, die Ausrüstung gereinigt und Post sortiert wird.



Noch riecht sie ja frisch und roh, meine Lieferung.



Also werd ich schleunigst darangehen, diese neue kleine "Es war einmal" Welt für euch zu basteln.




Obwohl, wenn ich ganz ehrlich bin, sitz ich auch schon wieder in meiner geistigen Fernerholungslaube,



dort wo das wirklich Wesentliche ausgebrütet wird.

Welche Pilgerreise steht als Nächstes an ? Hämorrhoidenaufzucht während des Ritts durch die Mongolei ? Sandsturmtanzen in der Black Rock Desert Nevadas beim Burning Man und anschließendes San Francisco Chillout ? Ergriffenheitsanfälle vor den Vulkanen Kamschatkas und Hokkaidos ?
Osterinseln und Pitcairns um die Seelöwenseele in mir zu wärmen ? Aleuten um sie abzukühlen?
Vielleicht ein wengerl Island vorher als Lockerungsübung ?

Dieses Sehnen gibt mir in der Schwermut Halt.

Freitag, 2. November 2007

Dubai 5:45 Fragment

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Als alter Nostalgiker hat der Wanderer seine letzte Runde in Seoul als eine Art Reminiszenz an seine Landung in diesem Dorf gewählt. Es ist auch eine Art von Tradition, die ich bei längeren Auslandsaufenthalten pflege, sollte der Landungsort ein = Ankunftsort sein. Empirischer Emotionsvergleich nennt mein Hobbypsychologe in mir das.
Ist das Gefühl des Bewegens am Anfang natürlich ein mit Unsicherheiten Behaftetes, hat die Endzeit etwas Beschwingtes.



An sich wollte ich noch weiter ausschweifend zu diesem Thema werden, jedoch quält das Netz hier im Transit mich vehement, daher hat aufs Resümee die Gemeinde noch zu warten.

Daher werd ich mir jetzt ein Entspannungsfrühbier hier gönnen. Dann werd ich das Licht sehen und relaxen.