Samstag, 9. Februar 2008

Minority Report

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Der Wanderer hat sich heute unter die Autogrammjäger und sonstige Fanatiker der grauen Stars gemischt. Nein, nicht um von einem Kugelschreiber irgendwelche Namenskritzeleien auf ein Blatt Papier geschmiert zu erhalten.
Diesmal um Informationen von der Basis zu erhalten. Zu erfahren, was wirklich Sache ist, was abgeht, wo es brodelt. Mitten hinein zu den hartgesottenen Stehern, Hintereinganglauerern, Limousinenabpassern.



Ein paar wesentliche Neuigkeiten kann ich auf alle Fälle liefern:

Prom-News 1: Frau ? ( ich hab leider den Namen vergessen, aber sie soll jede Woche in der Gala erwähnt sein) hat sich ein Brigitte Kochbuch gekauft und hat in einer Art kulinarischer Nymphomanie alle Rezepte auf zack durchgekocht und braucht nun ein zweites Kochbuch !
(Rezeptspenden via Gala könnten vielleicht die harte Zeit überbrücken, bis dieses Zweitbuch am freien Markt angeboten wird)

Prom-News 2: Till Schweiger hat sich wieder die Achselhaare wachsen lassen. Andere Quellen behaupten, er habe sie nie rasiert.
(Die Welt wartet mit angehaltenem Atem auf die Zeit der T-Shirts und kurzen Hemden)

Prom-News 3: Jessica Simpson findet keinen Halt in ihren neuen Stöckelschuhen.
(Ob es sich hier um eine weitere Tochter Homers handelt, ist bei Redaktionsschluss dieses Blogs noch nicht bekannt. Wie auch immer, der Wanderer ist darüber von den Socken).

Prom-News 4: Der Hotelplan für die Berlinale Superstars in der Berliner Morgenpost stimmt nicht.
(Welche Auswirkungen dieses Hororszenario auf die hiesige Fanszene haben wird, ist derzeit noch nicht abzuschätzen, der Wanderer hält euch auf dem Laufenden. )


Ansonsten war alles in allem ein angenehmer Tag.

Mit netten Kumpels einen von der Kette gelassen,


Mit aufgeschlossenen Frauen über aktuelle Verhütungsmethoden geplaudert.



Mit aufgeschlossenen Männern natürlich auch.


Der Verein zur nächtlichen Verschönerung des Berliner Stadtbilds hat wieder nur so vor Ideen gesprüht.


Und die Befreiung Kubas schaut auch ganz gut aus.


Wie ihr seht, Ente gut, alles gut. Der Rest ist Splitterwerk. (alte Architektenweisheit)


Ach ja, Filme hat der Wanderer auch gesehen, aber das ist jetzt nicht so wichtig.

Freitag, 8. Februar 2008

Gimme shelter

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Na ja der Pilger gibt es ja sofort zu. Es gibt bessere Portraits von der Lippe des Rock and Rolls


oder vom Champion des amerikanischen Filmes.


Aber spätestens seit den Wanderer ein Mann bei der Eröffnung, der ungefähr im Alter von M K R CH war,fragte, wer diese Männer da am roten Teppich seien und er jeden einzelnen Namen zweimal ihm langsam sagen musste, wusste der Streuner, so bekannt sind die auch wieder nicht, dass ein schönes Foto sich lohnt.

Ausserdem kann Senta mit ihren Lippen viel mehr anfangen als Mick,


schaut Detlev viel zerfurchter aus als Keith,



wirkt Herberts Glatze viel distinguierter als die von Charlie,


und sind diese Damen deutlich hübscher als Ron.


Lass die anderen die Stars unterbelichten, dachte sich daher der Wanderer


und konzentrierte sich auf andere die im Schaufenster stehen.


Auf die kleinen Helden


und Heldinnen.


Wie heisst es in Gimme Shelter nochmals so treffend:
Ooh, see the fire is sweepin'
Our very street today
Burns like a red coal carpet
Mad bull lost its way

Donnerstag, 7. Februar 2008

The science of sleep

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Heut fühl ich mich nach drei Tagen Speed-Dating, Nachtflügen und Sensation Seeking

abgewrackt,


ausgelutscht,


abgewirtschaftet.


Kurz, wie ein Bocadillo de pate de carne norneda bavaro.


Bevor ich falsche Entscheidungen treffe,


blas ich für heute die Lichter aus


und gehe schlafen.



Heute bin ich nur Kapitän auf meinem eigenen Traumschiff, aber morgen da bring euch wieder durch die Nacht. Haltet durch. Die Sterne kommen näher.

Mittwoch, 6. Februar 2008

Der Pate

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Lieber Viktor,

klar, momentan bist du einmal beschäftigt, langsam auf die eigenen Beine zu kommen. Trotzdem da draussen lauert das Leben und glaub mir, da kommt viel auf dich zu.

Und es ist aufregend, jeden Tag aufs neu und immer anders.

Lass dich nicht verbiegen,


geh nicht im Gleichklang mit den Getriebenen,



oder von den Irrlichtern der Mächtigen verführen.


Das mag manchmal weh tun,



weil es so ausschaut, als ob du was versäumst.



Keine Sorge, anders als die andern zu sein, tut gut.



Ro(c)k and Roll ins aufrechte Leben du Immerlächler.



Ein Nasenstupser von Don E. ( dem du leider einmal die Stative schleppen musst).

Dienstag, 5. Februar 2008

Flug des Phönix

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Es hat schon Stil, am FlughafenTempelhof zu landen, wenn man die Berliner Filmfestspiele besucht. Nicht nur weil wir es hier mit dem grössten zusammenhängenden Gebäude Europas von über 1200 Metern Länge zu tun haben.


Hier stiegen sie aus, jahrzehnte lang die Stars, hier holte James Cagney in Bilder Wilders "Eins, zwei, drei" hektisch seinen Boss ab, hier flog Harrison Ford in "Indiana Jones und der Tempel des Todes" mit den Zeppelin weg.
Tempelhof gilt nach wie vor als monströse Naziarchitektur, obwohl bereits 1927 die ersten Flüge hier starteten und landeten.
Als zentraler, innerstädtischer Flughafen wurde er mittlerweile längst von Tegel und Schöneberg am Rand Berlins abgelöst und draussen auf der Heide wächst ein neues Verkehrsmonster heran, das das stetig wachsende Flugaufkommen nach Berlin in die Prärie umleiten soll.


Heute zeigt er sich idyllisch und gelassen. Als Himmelsfährhafen für kleine Fluglinien und Privatjets hat er eher Postkartenqualität als Reisehektikumschlagplatz.
Daher droht auch mit nächsten Jahr die Schliessung.



Doch ein grosses Volksbegehren zum Erhalt von Tempelhof läuft gerade, um dem Begehren von Investoren, die in diesem riesigen Gelände natürlich viel Geld wittern, wenn der Hafen geschlossen und einer neuen Widmung zugeführt wird, den Kampf anzusagen.
Lets see what happens.

Der Wanderer hat Tag 1 genossen. Strahlend blauer Himmel und 17 Grad, was will man mehr, wenn Berlin ansonsten in trüben Graus sich in der Winterzeit präsentiert.

Ein kurzes Vorbeischauen im Archiv der Jugenkulturen, um ein wenig die Mannschaft mit österreichischen Binsenweisheiten zu erheitern,


Besuch beim Hund des Bestatters, der nach wie vor brav seine Särge bewacht,


und am Abend mit Andrea Domesle ein privates Abendessen bei Bernd Fechner, einem wichtigen Kurator und Fotovermittler, das war ein gelungener Auftakt.

Da zeigt Deutschland Flagge, wie der Pilger sich es vorstellt.


Und jetzt wird die Linse geputzt und es geht raus zum ersten Shootout mit Berlin. Mann bin ich scharf (darauf).

Sonntag, 3. Februar 2008

Abgedreht in Berlin

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Werte Gemeinde,

Berlin heisst für den Pilger ja nicht fortreisen, sondern ankommen. Von seiner heimlichen zweiten Heimat wieder für zwei Wochen laufend verführt zu werden, das stimmt den Wanderer schon am Vorabend froh.

Wenn
-mein Einer ohne Steuermann sich durch grantige und unfreundliche Menschenmassen pflügt,
-nach fünfzig Meter Gehen schon ein Hundeglück am Schuh klebt,
-mir Hauswände auffallen, weil kein Graffitti darauf gesprüht ist,
-jeder schon alles weiss, weil er immer alles macht,

dann bin ich wieder daheim.


Und wenn dann am 7.2. einer der wichtigen Yachthafen der Cinophilen aufsperrt, wird sich mein Ruderboot unter die grossen und kleinen Schiffe mischen. Während fast alle von den Bugwellen ihrer eigenen Wichtigkeit erfasst und vom Festivalsturm hin und hergeschleudert werden, träufle ich langsam Tropfen der Beobachtung ins eigene Meer der Ruhe. Die zeig euch dann gerne, liebe Gemeinde.

Ihr könnt mich begleiten zu den

grossen


und kleinen Sternen,



zu Anmut


und Leid,


zu Erotik


und Zweifel.


Kontraste werden uns begleiten.




Gestärkt mit lebenswichtiger Ausrüstung meiner Freunde:
- einem Stück Torrone von Birgit, um der Unterzuckerung Parole bieten zu können,
- einem Handwärmer von Rainer, um wieder neues Leben in die klammen Finger einzuhauchen,
- dem Buch "Berlin intim" von Gudrun (mit Überlebensregeln wie: Früh prägt der Mensch den
Satz sich ein, wer U-Bahn fährt, steht nie allein),

wird er wieder am Ende gelingen, der kleine Film des Widersprüchlichen,

abgedreht in Berlin.